Industriemeister / Ledertechniker

Heute: Ledertechniker/in (VA) oder Chemiemeister Gerbereitechnik

Früher: Meisterausbildung und Zusatzqualifikation Ledertechnik

Info: Nächster Kursstart am 10. Oktober 2018

Die Sächsische Bildungsgesellschaft Dresden (SBG) und das FILK werden mit Unterstützung der Industrie ab Oktober 2018 eine veränderte Form der beruflichen Weiterqualifizierung für die Gerberei- und Lederindustrie anbieten. Der Ausbildungsgang besteht aus der Qualifizierung zum staatlich anerkannten „Industriemeister Fachrichtung Chemie“ und der IHK-geprüften Zusatzqualifikation „Gerberei- und Ledertechnik“. Die Qualifizierungsmaßnahme wird insgesamt in einer 10-monatigen Vollzeitausbildung vorwiegend in Dresden absolviert. Werden beide Teile erfolgreich abgeschlossen, werden die Absolventen zusätzlich vom Verband der Deutschen Lederindustrie (VDL) als „Ledertechniker (VA)“ anerkannt.

Bereits während des etablierten Ausbildungsgangs zum Industriemeister Fachrichtung Chemie der SBG in Dresden werden den Teilnehmern erste Bezüge zur Gerberei- und Ledertechnik in Form von berufsspezifischen Arbeitssituationen vermittelt. Neben den fachlichen Grundlagen sorgt die Meisterausbildung auch für eine fachrichtungsübergreifende Basisqualifikation (Betriebsführung, Rechnungswesen, Personalwesen usw.) sowie die berufs- und arbeitspädagogische Qualifikation zur Ausbildungsbefähigung der Fachkräfte.

Die berufliche Weiterbildung für die Gerberei- und Lederindustrie in Form einer IHK-geprüften Zusatzqualifikation in Gerberei- und Ledertechnik schließt zeitlich und inhaltlich an die Meisterausbildung an. Kernstücke sind ein Theorieteil „Ledertechnologie“ an der SBG in Dresden unter Mitwirkung des FILK und Vertretern der Lederindustrie und eine praxisorientierte Facharbeit, die am FILK durchgeführt wird. Den Teilnehmern werden die wichtigsten theoretischen Inhalte zu allen Prozessschritten der Lederherstellung sowie Ökologie, Maschinenkunde, Qualitätssicherung und Arbeitsschutz vermittelt. Die hohe Handlungsorientierung der Weiterbildung spiegelt sich in der Prüfung wider, die neben einer schriftlichen Prüfung auch aus der Bearbeitung einer praxisbezogenen Projektarbeit und deren Präsentation besteht.

Gemäß dem Europäischen Qualifizierungsrahmen schließt die neue Zusatzqualifikation an die berufliche Erstausbildung als höherer nationaler Abschluss (Higher National Degree) an. Zusammen mit dem Industriemeister Chemie kompensiert sie vollständig den Qualifikationsgrad des einstigen Technikers.

Inhalte und Ablauf

Zugangsvoraussetzungen

Die berufliche Weiterqualifizierung zum Industriemeister Chemie beinhaltet folgende Ausbildungsziele:

  1. Berufs- und arbeitspädagogische Qualifikationen
  2. Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikationen
  3. Handlungsspezifische Qualifikationen

Demgemäß sieht die Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Industriemeister/Geprüfte Industriemeisterin – Fachrichtung Chemie folgende Zulassungsvoraussetzungen vor:

Zur Prüfung im Prüfungsteil “Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikationen” ist zuzulassen, wer Folgendes nachweist:

  1. eine mit Erfolg abgelegte Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf, der den Chemieberufen zugeordnet werden kann, oder
  2. eine mit Erfolg abgelegte Abschlussprüfung in einem sonstigen anerkannten Ausbildungsberuf und danach eine mindestens einjährige Berufspraxis oder
  3. eine mindestens vierjährige Berufspraxis.

Die wichtigsten Inhalte der Zusatzqualifikation in Gerberei- und LedertechnikLedertechniker Urkunde

  • Rohwaren und Lederherstellung
  • Technologie der Leder- und Pelzherstellung
  • Gerbereimaschinenkunde
  • Ökologie der Lederherstellung
  • Qualitätssicherung
  • Lederverarbeitung

Für weitergehende Informationen wenden Sie sich bitte an das Forschungsinstitut für Leder- und Kunststoffbahnen gGmbH www.filkfreiberg.de oder den Verband der Deutschen Lederindustrie e.V.